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Architekturbüro Probst, Herzberg

Wie ein Architekturbüro im ehemaligen Zonenrandgebiet mit CALIFORNIA, ISO 9000 und dem Ost-West-Konflikt umgeht. Wolf Helzle besuchte für G&W AKTUELL das Architektur- und Ingenieurbüro Wolfgang Probst in Herzberg.

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Heute reisen wir miteinander in den landschaftlich äußerst reizvollen Südharz. Dort liegt – im Landkreis Osterode am Harz – die Kleinstadt Herzberg, schon von weitem fällt das auf einem Hügel liegende, wunderschön erhaltene Welfenschloss auf.
Durch eine ausgewogene Mischung von Gewerbe- und Industrieansiedlungen geht es dem Städtchen wirtschaftlich noch relativ gut, erzählt der Architekt Dipl.-Ing. Wolfgang Probst, selbst mit einem Büro von 20 Mitarbeitern sicherlich auch ein wenig daran beteiligt. Zusammen mit den Mitarbeitern seines Zweigbüros in Nordhausen in Thüringen erstrecken sich seine Projekte bis zu 200 km um Herzberg herum, genauer gesagt bis Halberstadt, Burg bei Magdeburg, Halle im Osten und bis Hannover, Göttingen und Weser im Westen.

 Architekturbüro Probst Herzberg
Im schönen Städtchen Herzberg im Harz...

Herzberg liegt im ehemaligen Zonenrandgebiet und Wolfgang Probst hatte schon zu DDR-Zeiten vielfältige, auch verwandtschaftliche Kontakte auf die andere Seite. Nach der Grenzöffnung kam ihm dies zugute, da seine Hilfeleistungen vielerorts sehr gefragt waren, gab es doch freie Berufe wie Architekten seinerzeit noch nicht. Probst erzählt eine Begebenheit, welche inzwischen etwa zehn Jahre zurückliegt: „Die Grenze war gerade ein paar Monate offen, da tuckerte eines Tages ein „Trabbi“ vorbei. Zwei junge Architekten stiegen aus und baten ganz direkt um Hilfe bei einem aktuellen Projekt. Sie hatten sich in ihr Auto gesetzt und waren gen Westen gefahren mit dem Ziel, bei dem ersten Architekturbüro, an welchem sie vorbeikämen, anzuhalten. Das nun folgende Gespräch entwickelte sich bis hin zu einem Auftrag, bei welchem wir einen Teil der Planungsleistungen übernahmen. Im Laufe der Zeit entstand eine Freundschaft, die bis heute anhält.“

Architekturbüro Probst Herzberg 
...leitet Wolfgang Probst sein Architektur- und Ingenieurbüro

Heutzutage ist es inzwischen öfters so, dass eine Beauftragung gerade daran scheitert, mit dem Hinweis „Ihr seid ja nicht von hier!" Mit aus diesem Grund gibt es immer wieder Aufträge, in welchen die Oberbauleitung von Büros z.B. in Magdeburg oder Halle gestellt wird und das Architektur- und Ingenieurbüro Wolfgang Probst als Partner auftritt. „Wenn erst mal die Krusten auf- und durchbrochen sind, wenn ein gegenseitiges Vertrauen geschaffen ist, dann gibt es in der Zusammenarbeit mit Büros, Firmen und der Verwaltung im Osten erkennbar weniger Ellbogen, weniger Ecken und Kanten als hier im Westen. Ich will einmal sagen, es geht warmherziger zu, mit mehr Seele, der Mensch als solcher steht mehr im Mittelpunkt“, so Probst über seine Ost-West-Erfahrungen.

 Architekturbüro Probst Herzberg
Wolfgang Probst (rechts) bei der Grundsteinlegung einer Behindertenwerkstatt der Diakoniewerkstätten in Halberstadt

Kommen wir nun zum Einsatz von CALIFORNIA in Verbindung mit der in Kürze anstehenden Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001: Nach einer entsprechenden Veranstaltung bei der Architektenkammer Niedersachsen im Jahre 1996 entschloss sich Wolfgang Probst zur Einführung eines Qualitätsmanagements, welches nun seit dem 1.8.1999 im Büro verbindlich eingeführt ist.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dieser nicht immer nur erfreulichen Umstrukturierung - schließlich stellt der Formalismus zunächst eine ganz erhebliche Mehrbelastung dar, bis er so selbstverständlich wird wie „Gurt anlegen“ – ist eine neue „Fehlerkultur“. Es heißt jetzt nicht mehr „Wer hat diesen Fehler gemacht?“, sondern „Wie konnte dieser Fehler passieren?“
W. Probst über seine Erfahrungen: „Die Aufgaben in einem Büro der Größenordnung wie dem unseren sind sehr vielfältig. Eine im Laufe der Zeit entwickelte, eher zufällige Struktur wurde umgewandelt in eine gewollte, sinnvolle, den Prozessen angepasste Struktur. So dicht durch den Prozess des Qualitätsmanagements ganz bewusst an Details unserer Arbeit, an einzelne Arbeitsabläufe miteinander heranzukommen ist für uns eine neue, sehr gute Erfahrung.“
Und weiter: „Da hilft natürlich auch eine gute AVA-Software, wie wir sie in CALIFORNIA aus dem Hause G&W gefunden haben. Die gesamte QM-Dokumentation samt Projekt- und Aktenstruktur ist 1:1 in CALIFORNIA abgebildet. Die Sacharbeit, besonders im AVA-Bereich, mit dieser Software ist wirklich hervorragend gelöst.
Auch die Zuverlässigkeit von G&W will ich an dieser Stelle – auch und ganz bewusst im Gegensatz zu Erfahrungen mit anderen Softwarehäusern – deutlich hervorheben. Für die Zukunft wünsche ich mir von G&W noch ganz konkret eine Weiterentwicklung von CALIFORNIA, in welcher wir sowohl Standardprogramme wie WORD und EXCEL von Microsoft als auch unsere CAD-Anwendung besser einbinden können. Ich setze da große Hoffnungen auf die ja bereits angekündigte neue Produktlinie CALIFORNIA 3000.“ Bei Probstens wird bereits seit vielen Jahren mit einer vernetzten EDV-Umgebung gearbeitet, mit 10 CAD- und 13 weiteren PC-Arbeitsplätzen.
Jeder einzelne Mitarbeiter hat für durchgängige Kostenermittlung, Aus-schreibung, Vergabe, Abrechnung mit Objektüberwachung und projektbezogene Büroorganisation einen direkten Zugriff auf CALIFORNIA.

Architekturbüro Probst Herzberg 
Umbau einer Kindertagesstätte (Plattenbau) zu einem Altenpflegeheim in Nordhausen

Wenn man nun den großen Ost-West-Konflikt in unserer Welt, der ja durchaus ins Unermessliche eskalieren kann, als im Kleinen hier abgebildet wahrnimmt, so könnte der aus langjähriger Erfahrung gewonnene Leitsatz des Wolfgang Probst: „Man muss Geben und Nehmen vernünftig ordnen“ durchaus als Anregung für die Konfliktlösung im Großen aufgenommen werden.

Wir danken Herrn Probst herzlich für das Gespräch.

© G&W Software Entwicklung GmbH 2005