Gute Auftragslage in Göttinger Architekturbüro – Software von G&W für Kostenplanung und AVA unterstützt dabei. Heike Blödorn besucht für G&W AKTUELL das Göttinger Architekturbüro Witze und Hartge.
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In den heutigen Zeiten der Rezession klagen berechtigterweise viele Architekturbüros über eine mangelnde Auftragslage.
Nicht so allerdings das Göttinger Büro Witze + Hartge. 1988 übernahm der jetzige Inhaber Heini Hartge, nachdem er viele Jahre schon dort gearbeitet hatte, das seit 1960 bestehende Architekturbüro.
Im März 2003 feiert Architekt und Bauingenieur Hartge sein 40-jähriges Jubiläum. In den vergangenen 45 Jahren hat man im Göttinger Büro konstant mit vier weiteren Mitarbeitern gearbeitet und sich einen guten Auftraggeberbestand erarbeitet.
So planen die Göttinger Ingenieure hauptsächlich für kommunale und klerikale Einrichtungen. Seit vielen Jahren zählen die Landeskirche in Hannover und das Staatliche Baumanagement Göttingen zu den Auftraggebern.
Witze + Hartge plant sowohl Neubauten als auch Sanierungen bestehender Gebäude wie Kirchen, Gemeindezentren, Schulen, Kindergärten, Studentenwohnheime, Studienseminare und Um- und Erweiterungsbauten der Göttinger Universität. Aufträge aus der Industrie und von privaten Bauherren wickelt das Büro dagegen eher selten ab.
Software wird auf SQL-Server eingesetzt
Um wettbewerbsfähig zu sein und um die administrativen Tätigkeiten im Büro auf ein Minimum zu beschränken, setzt man bei Witze + Hartge schon seit Mitte der 80er Jahre auf Software.
Eingesetzt wird CAD, Statiksoftware – Heini Hartge hat auch die Prüfbescheinigung für Statik –, Bürosoftware sowie das Kostenplanungs- und AVA-Programm CALIFORNIA 3000 der Münchener G&W Software Entwicklung GmbH, dem Spezialisten für AVA und Kostenplanung.
Mit den Vorläufern des Systems – zunächst mit der DOS-Lösung ARCHIV, dann ARCHIV II und später mit der ersten Windowsgeneration CALIFORNIA classic – arbeiteten die Göttinger Architekten schon seit 1986. Den Umstieg auf CALIFORNIA 3000 vollzog das Büro im Jahre 2001.
Heini Hartge erläutert hierzu: „CALIFORNIA 3000 ist bedeutend vielseitiger und umfangreicher anzuwenden als die Vorgängerversion und die Einarbeitung war einfach. Auch die Verknüpfung mit Word und Excel ist einfach besser als im vorherigen Programm.“
Heute setzen die Planer die modular aufgebaute Software auf einem Microsoft SQL-Server ein, angefangen bei der Kostenermittlung und der Kostenkontrolle nach DIN 276 über das Raum- und Gebäudebuch, die LV-Erstellung, Aufmaß nach REB 23.003, Abrechnung und Projektüberwachung, Kosten-/Mengensplitting, Budgetüberwachung sowie den elektronischen Datenaustausch nach GAEB 90 und 2000. Drei Arbeitsplätze sind damit ausgerüstet und natürlich miteinander vernetzt.
Mit dem Modul Kostenermittlung erhalten die Architekten z.B. nach der DIN 276 über Kenngrößen schnell, flexibel und genau die Kostenermittlung. Hier ist eine schnelle, automatische Kostenschätzung aus Vergleichsobjekten mittels Gebäudeparametern ebenso möglich wie eine manuelle Kostenermittlung mit Mengen und Einheits- bzw. Gesamtpreis. Besonders schätzt man im Büro Witze + Hartge, dass sich Planungsvarianten einfach per Knopfdruck durchspielen lassen und so die Kosten aktiv geplant werden können.
Zur permanenten Kostenkontrolle lassen die Planer alle Kostenstände von der Kostenschätzung bis zur Kostenfeststellung automatisch dokumentieren und haben so den Planungsprozess immer transparent vor Augen.
Einsatz von Raum- und Gebäudebuch beim Staatlichen Baumanagement gewünscht
Das Modul Raum- und Gebäudebuch kommt besonders bei Aufträgen des Staatlichen Baumanagements Göttingen zum Tragen. Schwerpunkt ist hier eine detaillierte Kostenplanung mit integrierter raum- und bauteilbezogener Mengenermittlung und automatischer LV-Generierung.
Heini Hartge sieht hier eine erhebliche Arbeitsersparnis sowie eine verbesserte Planungssicherheit und das für die unterschiedlichsten Bauvorhaben des Auftraggebers. „Gerade für Umbauten und Sanierungsmaßnahmen ist es für uns ein unentbehrliches Werkzeug.
Da wir mit den jeweiligen Fachingenieuren kooperieren, die uns das Staatliche Baumanagement vorgibt, können wir problemlos miteinander kommunizieren, erläutern wie das Raumbuch aussieht, wo Ergänzungen angefügt werden sollen etc. Außerdem tauschen wir die Daten direkt aus. Das bringt uns eine enorme Zeitersparnis.“
Je nach aktuell verfügbarer interner Kapazität des Staatlichen Baumanagements decken die Göttinger Architekten die unterschiedlichsten HOAI-Phasen ab. Bei einer Laboretage, die für ca. 1,7 Mio. EUR umgebaut wird, haben sie die sogenannte HU-Bau - die Haushaltsunterlage für das Finanzministerium - und von der Vorermittlung bis zur Abrechnung die entsprechenden HOAI-Phasen bearbeitet.
Soll-/Ist-Vergleich mit Mengen- und Preisabgleich und Übersicht über die Kostenentwicklung
Von den ausführenden Firmen erhält das Büro die Aufmaßblätter, die dann kontrolliert und im Modul Aufmaß erfasst werden. Heini Hartge dazu: „Ich merke schon bei der Massenerfassung, ob die Kosten überschritten oder eingehalten werden, wenn ich die Haushaltsvorgaben habe. Und mit dem Modul Abrechnung und Projektüberwachung kontrollieren wir dann die gesamte Bauausführung, angefangen bei der Freigabe der ersten Abschlagsrechnung bis zur Übergabe der Bankbürgschaft nach Ablauf der Gewährleistungsfrist.“
Hier ist auch ein Soll-Ist-Vergleich mit Mengen- und Preisabgleich bereits bei der Eingabe der Abrechnungsmengen und auch als Auswertung nützlich. Und die detaillierte Übersicht über die Kostenentwicklung und den Abrechnungsstand pro Vergabeeinheit und für das Gesamtprojekt ist für jeden Bauherren gerade bei den heutigen knappen Budgets von immenser Bedeutung.
Die kommunalen und kirchlichen Auftraggeber beauftragen die Göttinger Planer auch immer mit der HOAI-Phase 9, d.h. bei diesen Projekten kommen dann auch die Funktionen der Abnahmen, Mängelverfolgung und Überwachung der Sicherheitseinbehalte des Moduls Projektüberwachung zum Tragen.
Neben der einfachen Handhabung von CALIFORNIA 3000 und den umfangreichen Funktionen schätzt Architekt Hartge die Kontinuität in der Weiterentwicklung der Kostenplanungs- und AVA-Software: „Es ist immer möglich, die in einer alten Version gespeicherten Daten in der neuen Version aufzurufen und dort zu bearbeiten. Wir haben unsere Daten seit 1986 gespeichert und müssen manchmal noch darauf zugreifen.“ So kommt es z.B. immer wieder vor, dass das Büro Witze + Hartge einmal geplante kommunale Objekte wie z.B. Kindergärten oder Schulen nach Jahren umbauen oder sanieren soll.
Da die Daten vorliegen, brauchen sie nur in die aktuelle Version eingelesen zu werden und können direkt weiterbearbeitet werden. Das ist eine enorme Arbeitserleichterung und spart dem Büro viel Zeit.
Das Architekturbüro Witze + Hartge bietet alle Architektenleistungen nach HOAI. Schwerpunkt sind kommunale, staatliche und kirchliche Projekte. Neubau, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen, Sanierung und Renovierung gehören zum Repertoire des alteingesessenen Göttinger Büros.
© G&W Software Entwicklung GmbH 2005