Ingenieurbüro setzt zur Ausschreibung und Kostenkontrolle auf CALIFORNIA 3000
Das voraussichtliche Wachstum der deutschen Solarindustrie wird in diesem Jahr 10 – 20 % betragen und auf einen Umsatz von mehr als 4 Mrd. Euro anwachsen.
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Der nach eigenen Angaben zweitgrößte Solarzellenhersteller der Welt, die Q-Cells AG, konnte sogar ihren Umsatz von 1 Mio. Euro in 2001 auf knapp 300 Mio. Euro im Jahre 2005 steigern. Ähnlich rasant sieht das Wachstum wegen der anhaltend hohen Nachfrage nach Solarmodulen bei den Wettbewerbern aus. Daher sind die bestehenden Produktionsstätten zu erweitern respektive neue zu bauen.
Von diesem Wachstum profitieren jedoch nicht nur die Solarzellenhersteller, sondern auch das Berliner Planungsbüro für Technische Gebäudeausrüstung DELTA-I Ingenieurgesellschaft mbH. Im Jahre 2000 von vier Gesellschaftern gegründet ist das Büro mittlerweile auf 18 Mitarbeiter angewachsen. Die Kunden der DELTA-I rekrutieren sich schwerpunktmäßig aus den deutschen Ablegern international tätiger Solarzellenhersteller, die sich in Sachsen-Anhalt niedergelassen haben. Q-Cells ist einer von ihnen. Für die Produktionsstätten planen die Ingenieure die technische Gebäudeausrüstung, sprich Heizung, Klima, Sanitär, Lüftungs-, und MSR-Technik.
Guter Kontakt zum Hersteller gefragt
Um den Bereich Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung abzudecken, versuchten sich die jungen Ingenieure zuerst mit Excel, sahen aber ein, dass die Tabellenkalkulation für diesen Arbeitsbereich ungeeignet ist. Daraufhin legten sie sich ein AVA-Programm zu. Dieses war jedoch viel zu schwierig zu handhaben und wies auch nicht die gewünschten Funktionalitäten auf. Fündig wurden sie erst bei dem Münchner Hersteller G&W Software Entwicklung GmbH. Deren System CALIFORNIA 3000 hatten die Ingenieure bei einem befreundeten Büro kennen und schätzen gelernt.
Das Software-Paket deckt von der ersten Kostenschätzung über die Erstellung des Leistungsverzeichnisses bis zum Kostencontrolling den gesamten Prozess lückenlos ab. Dipl.-Ing. Raimund Frieß, einer der Gründer des Büros und verantwortlich für den IT-Einsatz, führt aus: „Wichtig ist für uns auch der gute Kontakt zum Hersteller.“ So erhalten die Planer, immer wenn sie eine Frage haben, schnell und kompetent eine Antwort. „Mein Berliner Ansprechpartner kann mir bis zur letzten Datenbankfrage alles beantworten. Neben den Funktionalitäten, die uns die Software bietet, ist das für uns ein weiteres Kriterium mit CALIFORNIA 3000 zu arbeiten“, meint der Planer.

Hauptgebäude der Q-Cells AG
Von der Kostenschätzung zur Abrechnung
Die Auftraggeber von DELTA-I wünschen in der Regel schon in einem relativ frühen Projektstadium eine genaue Kostenschätzung aufgeteilt nach Gewerken und Kostengruppen. Das Programm unterstützt dabei die TGA-Spezialisten, denn sie können eine automatische Kostenschätzung aus Vergleichsobjekten anhand bestimmter Gebäudeparameter durchführen. Planungsvarianten lassen sich einfach per Knopfdruck durchspielen. Auch bietet das System eine absolute Transparenz des Planungsprozesses durch die Dokumentation aller Kostenstände von der Kostenschätzung bis zur Kostenfeststellung. Dies ermöglicht eine permanente Kostenkontrolle.
Eine Kostenrichtgröße für die Ingenieure ist die zukünftige Leistung der Produktionsanlage. Ausschlaggebend für die Berechnung der Leistung ist, wie viel Megawatt Energie die zu produzierenden Solarzellen jährlich herstellen können. „Bei einer Leistung von 50 Megawatt wissen wir, welche Technische Gebäudeausrüstung in Frage kommt. Das ist für eine frühe Kostenschätzung und auch für unsere Angebotserstellung wichtig. Solche 50-Megawatt-Produktionsstätten werden schlüsselfertig innerhalb von acht Monaten gebaut“, erläutert Frieß. Schnell kommen zwischen 8 und 10 Mio. Euro alleine für die Technische Gebäudeausrüstung zusammen.

Einbringung eines Zentralen Lüftungsgerätes mit 40.000 m³/h
Ist der inhaltliche und preisliche Umfang festgezurrt und mit dem Auftraggeber abgestimmt, erstellen die Ingenieure mit CALIFORNIA 3000 die Leistungsverzeichnisse. Dabei greifen sie in der Regel auf Stamm-Leistungsverzeichnisse mit büroeigenen Stammtexten zu. Auch die Datanorm-Texte der Hersteller mit den Leistungsbeschreibungen und Kalkulationspreisen nutzt das Planungsbüro häufig. Die LVs werden dann per GAEB-Schnittstelle an die potentiellen Bieter übermittelt. Diese schicken die ausgefüllten Leistungsverzeichnisse sowohl als Ausdruck und mit Bieterstempel versehen - der Auftraggeber verlangt ein vom Bieter unterschriebenes und gestempeltes Exemplar – als auch auf Diskette zurück.
Zwischen 350 und 800 Seiten starke Leistungsverzeichnisse
Die TGA-Spezialisten lesen nun die Daten ins System ein und erstellen dann den Preisspiegel auf Knopfdruck. Da die LVs zwischen 350 und 800 Seiten pro Gewerk aufweisen, bedeutet das automatische Einlesen der Daten eine enorme Zeit- und Kostenersparnis für das Planungsbüro. Nach einer fachlichen Prüfung unterbreiten die Planer dem Auftraggeber einen Vergabevorschlag und verhandeln dann gemeinsam mit ihm und dem Auftragnehmer weitere technische und kaufmännische Details.
Da die Einheitsverträge nach Aufmaß abgerechnet werden, sind dementsprechend die Aufmaßlisten einzupflegen. Delta-I schätzt die Möglichkeit, mit Terminaldiensten von den Baustellen direkt auf den Server im Büro zuzugreifen. So übermitteln die Ingenieure die Aufmaße mittels einer VPN-Verbindung ins Büro. Auch bearbeiten sie teilweise vor Ort Leistungsverzeichnisse und Nachträge.
Darüber hinaus erstellen die TGA-Spezialisten mit dem System Übersichten über die Kostenentwicklung und den Abrechnungsstand, dokumentieren den Kostenverlauf sowie den aktuellen Kostenstand. Besonders schätzen die Planer die Flexibilität. „Da die Planung sich natürlich nicht eins zu eins auf das nächste Projekt übertragen lässt, müssen wir flexibel sein.“ Daher verteilen sie Mengen und Kosten auf Kostenträger wie z. B. verschiedene Hallen mit ihren unterschiedlichen Funktionen. Aufgrund dessen sind die Berliner Planer in der Lage bei einer Anfrage relativ schnell eine erste Kostenschätzung für das gewünschte Objekt zu erstellen.

Abluftnetz für Produktionsmaschinen
Fazit
Für Raimund Frieß ist neben der Durchgängigkeit des Systems, angefangen beim ersten Kostenrahmen bis zur Dokumentation der abgeschlossenen Baumaßnahme, und der flexiblen Handhabung das größte Plus die Netzwerkverfügbarkeit sowie die Datensicherheit. Auch gefällt ihm die Flexibilität des Herstellers. „G&W kann auf ein schnell wachsendes Planungsbüro wie unseres auch schnell reagieren. Wir haben mit einer Small Business Variante mit der Möglichkeit, fünf Projekte gleichzeitig zu bearbeiten, angefangen und sind jetzt bei 20 gleichzeitig zu bearbeitenden Projekten angelangt. Dazu rufe ich nur kurz an, lasse mir das Angebot schicken, vergebe den Auftrag und am selben Tag schaltet G&W die Software frei.“
Autorin: Heike Blödorn, Karlsruhe
Fotos: DELTA-I GmbH, Berlin
© G&W Software Entwicklung GmbH 2006